Bildende Künstler

Künstler in Braunschweig: Herzog Anton Ulrich-Museum, HBK und Kunstverein

Braunschweig hat eine Eigentümlichkeit, die andere norddeutsche Städte nicht aufweisen: Es besitzt ein Kunstmuseum, das 1754 eröffnet wurde -- damit älter als der Louvre -- und gleichzeitig die einzige Kunsthochschule Niedersachsens. Diese Kombination aus dem Ältesten und der Gegenwartskunst zieht sich durch das gesamte Kunstleben der Stadt.

Die Prägung

Das Herzog Anton Ulrich-Museum wurde 1754 eröffnet -- als Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel seine Sammlungen dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich machte, war das eine Pioniertat in der europäischen Museumsgeschichte; der Louvre öffnete erst 1793. Die Sammlung, die seither gewachsen ist, umfasst rund 190.000 Objekte und gilt als viertgrößte Galerie Alter Meister in Deutschland: Rembrandt, Vermeer, Rubens, Cranach, Dürer, Giorgione -- Namen, die das Haus in die erste Reihe der deutschen Museumslandschaft stellen. Nach umfangreicher Sanierung wurde das Museum 2016 wiedereröffnet; Kupferstichkabinett, Antikensammlung und Kunsthandwerk ergänzen die Gemäldeabteilung zu einem enzyklopädischen Bestand, der für Braunschweig weit über seinen Stadtrahmen hinausweist. Das Museum ist damit nicht nur ein lokales Kulturangebot, sondern ein kunsthistorisches Argument für die Stadt.

Arbeiten in Braunschweig

Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) ist die einzige Kunsthochschule Niedersachsens und damit der zentrale Produktionsort für Bildende Kunst im Norden Deutschlands. Mit rund 1.000 Studierenden in den Bereichen Freie Kunst, Design, Darstellende Kunst, Kunstvermittlung und Art and Media Studies zieht sie Studierende aus dem gesamten norddeutschen Raum an. Der jährliche Open-Studios-Tag ist das wichtigste Ereignis der Braunschweiger Kunstszene: Ateliers und Klassen öffnen sich der Öffentlichkeit, Sammlerinnen, Galeristen und Kuratorinnen kommen in die Stadt, um Nachwuchs zu sichten. Absolventinnen und Absolventen der HBK bleiben häufig in Braunschweig oder der Region: Die Mietpreise für Atelierflächen sind im Vergleich zu Hamburg oder Berlin niedrig, und die Nähe zu Hannover (rund 50 Kilometer) sowie zu Berlin (rund 230 Kilometer) ermöglicht die Teilnahme am überregionalen Ausstellungsbetrieb. Das Städtische Kulturamt fördert Atelierprogramme für freie Künstlerinnen und Künstler; der Kunstverein Braunschweig ist eine zusätzliche institutionelle Anlaufstelle für die Szene. Die Kombination aus niedrigen Ateliermietpreisen, HBK-Netzwerk und der regionalen Lage macht Braunschweig für Bildende Künstlerinnen und Künstler zu einem realistischen Arbeitsort mit überregionaler Anbindung.

Ausstellungen in Braunschweig

Der Kunstverein Braunschweig, 1832 gegründet, zählt zu den renommiertesten deutschen Kunstvereinen. Er zeigt im Haus am Lessingplatz jährlich rund acht Einzel- und Gruppenausstellungen mit bedeutenden internationalen zeitgenössischen Positionen -- ohne eigene Sammlung, aber mit einem Programm, das diskursive Auseinandersetzung und zeitgenössische Kunstproduktion in den Mittelpunkt stellt. Das Museum für Photographie Braunschweig zeigt internationale zeitgenössische Fotografie mit einem Schwerpunkt auf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts; die enge Verbindung zur HBK, deren Fotografiestudierende und Absolventen regelmäßig im Haus vertreten sind, schlägt eine Brücke zwischen Hochschule und Ausstellungsbetrieb. Das Städtische Museum Braunschweig ergänzt das institutionelle Bild um die Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Braunschweig heute

Braunschweig ist eines der unterschätzten Kunstziele Norddeutschlands. Wer das Herzog Anton Ulrich-Museum kennt, kennt die historische Dimension; wer die HBK kennt, kennt die Gegenwart. Was die Stadt zusammenhält, ist das Verhältnis dieser beiden Pole zueinander: Das älteste öffentliche Kunstmuseum Deutschlands und die einzige niedersächsische Kunsthochschule teilen sich eine mittelgroße Stadt -- und befruchten das hiesige Kunstleben mit sehr unterschiedlichen Mitteln. Der Kunstverein Braunschweig, gegründet 1832, ist das institutionelle Scharnier: Er verbindet die historische Tiefe des Museums mit der zeitgenössischen Produktion der HBK und sichert der Stadt einen Platz im überregionalen Ausstellungsbetrieb. Für Kunstinteressierte, die Norddeutschland jenseits von Hamburg entdecken wollen, ist Braunschweig ein lohnender Ausgangspunkt -- kompakt, hochwertig, wenig überlaufen.

Schon gewusst?

Wann wurde das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig gegründet?

Das Herzog Anton Ulrich-Museum wurde 1754 eröffnet -- damit ist es eines der ältesten Kunstmuseen Europas und das erste deutsche Museum, das dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Die Sammlung mit rund 190.000 Werken gilt als viertgrößte Galerie Alter Meister in Deutschland.

Welche Künstler sind im Herzog Anton Ulrich-Museum vertreten?

Die Gemäldesammlung enthält Werke von Rembrandt, Vermeer, Rubens, Cranach d. Ä., Albrecht Dürer, Holbein, Giorgione und Goya. Hinzu kommen bedeutende Bestände an Antiken, Medaillen, Kupferstichen und Kunsthandwerk aus mehreren Jahrhunderten.

Was ist die HBK Braunschweig und welche Bedeutung hat sie?

Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig ist die einzige Kunsthochschule Niedersachsens mit rund 1.000 Studierenden. Sie bietet Freie Kunst, Design, Darstellende Kunst und Kunstvermittlung an; ihre Open Studios sind das zentrale Atelierereignis der Stadt und ziehen Sammlerinnen, Galeristen und Kuratorinnen aus der Region an.

Quellen & Hinweishttps://3landesmuseen-braunschweig.de/herzog-anton-ulrich-museumhttps://www.hbk-bs.dehttps://www.kunstverein-braunschweig.dehttps://www.photographie-bs.de

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