Bildende Künstler

Offene Ateliers in Leipzig

Einmal im September öffnen über 100 Künstlerinnen und Künstler in Leipzig gleichzeitig ihre Ateliers – das stadtweite Format der ARS AVANTI, das seit mehr als zwei Jahrzehnten stattfindet. Daneben gibt es die Rundgänge der Spinnerei-Galerien dreimal jährlich, die Kunstrundgänge im Tapetenwerk und das ganze Jahr über Besuche nach direkter Vereinbarung. Die Formate unterscheiden sich in Atmosphäre und Zugang; welches passt, hängt davon ab, was man sucht.

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Die Offenen Ateliers Leipzig: das jährliche Stadtformat

Seit 2002 organisiert der Kunstverein ARS AVANTI e.V. einmal jährlich den stadtweiten Atelierbesuch: Über 100 Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten Stadtgebiet öffnen an einem Septembersonntag ihre Arbeitsräume; der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht erforderlich. Neben Einzelateliers beteiligen sich Atelierhäuser wie die Alte Handelsschule, das Monopol und der Kunsttanker sowie ehemalige Fabrikgebäude in verschiedenen Stadtteilen. Ein Stadtplan mit allen Teilnehmenden wird jeweils vorab veröffentlicht; Informationen und Termine stehen auf den Seiten der ARS AVANTI.

Das Format unterscheidet sich strukturell von den Spinnerei-Rundgängen: Es führt in Ateliers quer durch die Stadt, die außerhalb der großen Kunststandorte sonst kaum zugänglich sind – in Kellern, Hinterhöfen und Wohnateliers in Stadtteilen wie Lindenau, Plagwitz, Schleußig oder Reudnitz. Die Bandbreite des Angebots ist entsprechend groß; nicht alles ist kaufbar, aber vieles ist es. Wer an einem einzigen Nachmittag einen Querschnitt durch die Leipziger Szene jenseits der etablierten Galerien sehen will, nutzt dafür am besten diesen Termin.

Spinnerei: drei Rundgänge pro Jahr, ganzjährig geöffnet

Die Leipziger Baumwollspinnerei (Spinnereistraße 7, Plagwitz) ist seit 1992 Produktionsstandort für zeitgenössische Kunst; das 10 Hektar große, 1907 errichtete Fabrikgelände beherbergt heute vierzehn Galerien und mehr als hundert Künstlerateliers. Dreimal jährlich – im Januar, im Frühjahr und im Herbst – veranstaltet das Areal einen Galerie-Rundgang: Zu diesen Terminen öffnen alle Galerien gleichzeitig, oft mit neuen Ausstellungen und Abendprogramm. Regulär sind die Galerien dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, das Gelände selbst lässt sich jederzeit besuchen. Die Ateliers der Spinnerei öffnen außerhalb der Rundgänge nach individueller Vereinbarung mit den jeweiligen Künstlerinnen und Künstlern.

Tapetenwerk: viermal jährlich Kunstrundgänge

Das Tapetenwerk (Lützner Str. 91, Plagwitz) – eine ehemalige Tapetenfabrik von 1873 im Leipziger Westen – veranstaltet viermal im Jahr Kunstrundgänge mit offenen Ateliers und Ausstellungen. Das Tapetenwerkfest im Frühjahr ist das größte dieser Formate und verbindet Rundgang und Fest über ein Wochenende. Termine stehen auf tapetenwerk.de. Wie die Spinnerei liegt auch das Tapetenwerk im industriell geprägten Leipziger Westen – beide Standorte zusammen bilden den Schwerpunkt der produktionsnahen Kunstszene der Stadt, ergänzt durch kleinere Atelierhäuser in Connewitz, Gohlis und der Südvorstadt.

Ateliers nach Vereinbarung: der direkteste Weg

Außerhalb der organisierten Formate öffnen viele Leipziger Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers das ganze Jahr über nach direkter Absprache – in der Spinnerei ebenso wie in Einzelateliers in Gohlis, der Südvorstadt oder Connewitz. Ein verabredeter Besuch bietet, was kein Rundgang ersetzt: Zeit für ein ausführliches Gespräch und Einblick in laufende Werkprozesse, nicht in fertig gehängte Ausstellungen. Kontakt nimmt man am besten über die eigene Website oder die Social-Media-Kanäle der jeweiligen Künstlerin oder des Künstlers auf; auch das Mitgliederverzeichnis des BBK Sachsen hilft bei der Suche nach Ansprechpartnern.

Was alle Formate verbindet: Für den Zugang zur Leipziger Kunstszene braucht man keinen Galeriekontakt und keinen Sammlerstatus. Die Offenheit der Produktionsorte – von der Spinnerei bis zum Wohnatelier in Connewitz – ist ein strukturelles Merkmal dieser Stadt; sie erklärt, warum Leipzig als Ort zeitgenössischer Kunst weit über die Region hinaus beachtet wird. Wer mehrere Formate kombiniert – den stadtweiten Ateliertag, einen Spinnerei-Rundgang und einen verabredeten Einzelbesuch –, bekommt ein deutlich vollständigeres Bild der Stadt als bei einem einzelnen Termin.

Schon gewusst?

Wann findet der Offene Ateliertag in Leipzig statt?

Der Ateliertag findet jährlich im September statt, traditionell an einem Sonntag. Mehr als hundert Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Stadt öffnen dabei für mehrere Stunden ihre Werkstätten für die Öffentlichkeit.

Kann man Leipziger Ateliers auch außerhalb des Ateliertags besuchen?

Ja. Viele Künstlerinnen und Künstler öffnen ihre Ateliers das ganze Jahr über nach vorheriger Absprache. Zusätzlich laden Tapetenwerk, Westwerk und Spinnerei mehrmals im Jahr zu Rundgängen mit offenen Ateliers ein.

Was sind die Rundgänge bei Tapetenwerk, Westwerk und Spinnerei?

Es handelt sich um wiederkehrende Veranstaltungen, bei denen die jeweiligen Kreativareale im Leipziger Westen mehrfach im Jahr vollständig für Ausstellungen, Märkte und offene Ateliers öffnen – eine Ergänzung zum herbstlichen, stadtweiten Ateliertag.

Quellen & Hinweishttps://villa-leipzig.de/veranstaltung/am/28_09_2025Offene_Veranstaltung_XXIV_Offene_Ateliers_Leipzighttps://www.spinnerei.dehttps://spinnereigalerien.de/rungang/https://www.tapetenwerk.dehttps://www.lepiziginfo.de/aktuelles/artikel/offene-ateliers-2024-ueber-100-kuenstlerinnen-und-kuenstler-in-leipzig-oeffnen-zum-23-mal-ihre-ateliers

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