Künstler in Lübeck: Behnhaus Drägerhaus, Overbeck-Gesellschaft und hanseatische Kunstszene
Lübeck ist eine Stadt, in der Kaufmannsreichtum zu Museen wurde: Das Behnhaus Drägerhaus und die seit 1918 bestehende Overbeck-Gesellschaft prägen eine Kunstszene, die sich in der UNESCO-Welterbe-Altstadt mit einer kleinen, beständigen Gegenwartskunstpraxis verbindet.Bildende Künstler in Lübeck
Arbeiten von Künstlern in Lübeck
Die Prägung
Lübeck war Königin der Hanse – eine Handelsstadt, deren Reichtum nicht aus höfischem Mäzenatentum, sondern aus dem Ostseehandel stammte. Die Kaufmannshäuser, die diesen Reichtum architektonisch ausdrückten, sind heute Museen: Das Behnhaus und das benachbarte Drägerhaus, zwei neoklassizistische Bauten aus dem frühen 19. Jahrhundert, beherbergen seit 1921 Lübecks zentrales Kunstmuseum. Auch das St.-Annen-Museum, ein ehemaliges Kloster mit einer der bedeutendsten Sammlungen sakraler Kunst Norddeutschlands, gehört zum Lübecker Museumsverbund. Diese Umnutzung großbürgerlicher Architektur für Kunst ist typisch für eine Stadt, die ihre Geschichte als Handelsmacht nie verleugnet hat.
Johann Friedrich Overbeck, 1789 in Lübeck geboren, gehörte zu den bedeutendsten Malern der deutschen Romantik – auch wenn er den größten Teil seines Lebens in Rom verbrachte. Die nach ihm benannte Overbeck-Gesellschaft, 1918 gegründet, hält sein Erbe nicht museal fest, sondern widmet sich seit über hundert Jahren der zeitgenössischen Kunst – ein bewusster Kontrast zwischen Namensgeber und Programm.
Arbeiten in Lübeck
Lübeck hat keine eigene Kunsthochschule; wer hier als Künstlerin oder Künstler arbeitet, tut dies meist aus persönlicher Bindung an die Stadt – die Backsteingotik der Altstadt, die maritime Lage, die Nähe zur Ostsee und zu Hamburg, eine Stunde entfernt. Die Mietpreise liegen unter dem Hamburger Niveau, was Lübeck für Künstlerinnen und Künstler attraktiv macht, die Ruhe und historische Atmosphäre mit guter Anbindung verbinden wollen. Ateliers verteilen sich auf die Altstadt und angrenzende Gründerzeitviertel; vereinzelt nutzen Künstlerinnen und Künstler auch ehemalige Speichergebäude am Hafen, deren rohe Industrieästhetik einen Kontrast zur restaurierten Altstadt bildet.
Die Overbeck-Gesellschaft ist der wichtigste Förderer junger und etablierter Kunst in der Stadt; sie vergibt Ausstellungsmöglichkeiten und hält über ihren historischen Pavillon im Skulpturengarten des Behnhauses einen eigenen Produktionsort bereit.
Die Possehl-Stiftung, eine der bedeutendsten privaten Kulturförderstiftungen Schleswig-Holsteins, unterstützt seit Jahrzehnten Kunstprojekte und Ausstellungen in Lübeck und der Region; ihr Engagement ergänzt die kommunale Förderung um substanzielle private Mittel.
Ausstellungen in Lübeck
Die Overbeck-Gesellschaft bespielt sowohl ihre eigenen Räume als auch den 1930 vom Architekten Wilhelm Bräck im Stil des Neuen Bauens errichteten Ausstellungspavillon im Skulpturengarten des Behnhauses – einer der frühesten Zweckbauten für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Die Lübecker Kirche St. Petri ist seit Jahrzehnten als Kunstkirche aktiv und zeigt Ausstellungen im sakralen Raum, häufig in Kooperation mit der Overbeck-Gesellschaft. Das Behnhaus Drägerhaus selbst konzentriert sich auf den historischen Bestand, öffnet sich aber zunehmend für Dialoge zwischen Klassischer Moderne und Gegenwartskunst.
Lübeck heute
Lübeck ist kein Zentrum der zeitgenössischen Kunstproduktion, aber ein Ort mit einer bemerkenswert dichten und langlebigen Kunstinfrastruktur für eine Stadt dieser Größe. Die Kombination aus UNESCO-Welterbe-Altstadt, einem über hundert Jahre alten Kunstverein und einer aktiven Kunstkirche schafft ein Umfeld, in dem historisches Bewusstsein und zeitgenössische Praxis nebeneinander bestehen. Wer in Lübeck arbeitet, tut dies in einem Rahmen, der Beständigkeit über Marktdynamik stellt.
Die literarische Tradition der Stadt – Thomas Mann und Günter Grass haben beide in Lübeck gelebt und sind mit eigenen Museen präsent – verstärkt den kulturellen Resonanzraum, in dem sich bildende Kunst und Literatur gegenseitig Publikum zuführen. Diese Dichte an musealer und literarischer Infrastruktur ist für eine Stadt von gut 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ungewöhnlich hoch.
Quellen & Hinweis
https://museum-behnhaus-draegerhaus.dehttps://www.overbeckgesellschaft.deDieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.